Die Wand entscheidet, ob das Möbel hängt oder steht. Ist sie tragfähig, montieren wir es frei
hängend. Ein schiefer Boden oder eine Wand ohne Tragkraft spricht dagegen für Füße.
Unter einem hängenden Schrank bleibt der Boden frei, und der Wischmopp gleitet ohne Hindernis
hindurch. Schon 15 Zentimeter Luft reichen dafür. Wer 25 bis 30 Zentimeter lässt, kann dort
zusätzlich einen Wäschekorb abstellen.
Wichtig ist, worin die Befestigung sitzt. Beton und Vollziegel halten Schrauben ohne
Zusatzaufwand, Lochziegel brauchen einen geeigneten Dübel. In einer Vorwand muss ein Träger
stecken; an einem leichten Schacht lässt sich gar nichts befestigen.
Hochlochziegel verlangen schon beim Bohren Sorgfalt. Ohne Schlagwerk und nur im Drehgang bleiben
die dünnen Stege im Stein heil. Ein Kunststoffdübel mit langem Spreizbereich verteilt die Kraft
auf mehrere Stege. Für schwere Schränke nehmen wir Injektionsmörtel in einer Siebhülse, der die
Hohlräume füllt und dann aushärtet.
Bei Vorwänden und anderen Metallständerwänden gibt DIN 18183-1 die Werte vor. Ohne eigenen
Nachweis trägt eine Wand, deren Gipsplatten zusammen dünner als 18 Millimeter sind, 0,4
Kilonewton auf jeden Meter Länge, rund 40 Kilogramm. Ab 18 Millimetern sind 0,7 Kilonewton
erlaubt, etwa 70 Kilogramm. Grundlage ist ein Hängeschrank, 600 Millimeter tief und wenigstens
300 Millimeter hoch.
Für mehr Gewicht kommt ein Tragständer oder eine Traverse in die noch offene Wand.
Sollen für neue Möbel Bohrlöcher durch alte Fliesen gehen, kommt es in Bädern aus den 1960er bis
1980er Jahren auf den Kleber an. In diesen Jahrzehnten enthielt Fliesenkleber nicht selten Asbest.
Trocken gebohrt wird dort bei uns nie, mehr dazu unter Asbest im Bad.
Steckt Asbest im Kleber, unterliegt schon ein einzelnes Bohrloch besonderen Schutzregeln, und das
braucht Vorlauf. Eine Materialprobe schafft vorher Klarheit. Gebohrt wird dann mit Absaugung direkt
an der Bohrstelle, über einen Sauger der Staubklasse H. Diesen Vorlauf rechnen wir in den Zeitplan
ein, noch bevor die Lieferung kommt.
Füße sind die bessere Wahl, wenn der Boden fällt oder die Wand keine Last aufnimmt. Etwa einen
Zentimeter Höhenunterschied fangen verstellbare Füße ab, doch zum Boden hin entsteht eine Fuge.
Silikon darin ist eine Wartungsfuge und wird bei Bedarf erneuert. Setzt man den Sockel 5 bis 10
Zentimeter zurück, bleibt stattdessen eine offene Kante, unter der Sie auswischen. Über einer
Fußbodenheizung bohren wir nicht in den Estrich und sichern den Schrank an der Wand.