Wolfen erhielt am 7. Oktober 1958 das Stadtrecht und ist seit dem 1. Juli 2007 ein Stadtteil von Bitterfeld-Wolfen. Ende 2022 lebten hier 15.534 Menschen, 1990 waren es noch 43.900. Zum Stadtteil gehören die Altstadt mit dem Musikerviertel, Krondorf, die Großsiedlung Wolfen-Nord sowie Wolfen-Süd, Steinfurth und Reuden. Für das Bad folgen daraus drei typische Ausgangslagen.
Die Zelle im Plattenbau von Wolfen-Nord
Der erste Grundstein für Wolfen-Nord wurde am 15. Juli 1960 gelegt, gebaut wurde bis 1990. Anfang 1989 wohnten dort rund 34.000 Menschen in über 13.500 Wohnungen. Seit Juni 2000 wird zurückgebaut, an manchen Blöcken wurden obere Etagen abgetragen. Das Bad in der Platte liegt meist innen und grenzt an den Installationsschacht, durch den Wasser, Abwasser und Abluft laufen. Häufig handelt es sich um eine Sanitärzelle: Wände, Decke und Bodenwanne bilden ein vorgefertigtes Modul. Um diesen Fall geht es hier vor allem.
Großblock und älteres Mietshaus
In den frühen Bauabschnitten der sechziger Jahre stehen Großblockbauten; eine typische Badfläche lässt sich für sie nicht angeben. In der Altstadt mischen sich zu gleichen Teilen ältere Eigenheime, ältere Mietshäuser und Bauten der Jahre 1948 bis 1989. Im älteren Mietshaus wurde das Bad meist nachträglich als schmales Kammerbad eingebaut. Als Erfahrungswert sind das rund 3 bis 5 Quadratmeter. Krondorf nördlich der Altstadt zählt rund 1.740 Wohnungen in dichter Bebauung, das Musikerviertel rund 700.
Das Eigenheim in Wolfen-Süd, Steinfurth und Reuden
In Wolfen-Süd, Steinfurth und Reuden bestimmen Eigenheime das Bild. Dazu gehört die Siedlung Bobbau-Steinfurth, die die IG Farben zwischen 1934 und 1936 errichten ließ. Im Siedlungshaus dieser Zeit liegt das Bad meist oben und hat ein Fenster; als Erfahrungswert misst es rund 4 bis 7 Quadratmeter. Oft wurde es später eingebaut, nicht selten über einer Holzbalkendecke, die wir vor dem Aufbau prüfen. Der Spielraum ist hier größer als in der Platte, und ein Gäste-WC im Erdgeschoss lässt sich gleich mitplanen.
Ob für Ihr Haus eine Erhaltungssatzung nach § 172 BauGB gilt, legt die Stadt Bitterfeld-Wolfen fest; für Wolfen ist uns keine solche Satzung belegt. Ein Badumbau im Inneren hängt in der Platte ohnehin an einer anderen Stelle, nämlich an der Zustimmung des Eigentümers. Das ist in Wolfen-Nord in aller Regel eine Wohnungsgesellschaft oder eine Genossenschaft. Bestehen Zweifel, fragen wir vor der Planung bei der Stadt nach.
Wie dicht die Baudenkmale in Wolfen stehen, ist nicht erfasst; bekannt ist etwa das Kulturhaus, das Agfa 1927 bauen ließ. Steht Ihr Haus im Denkmalverzeichnis, braucht nach § 14 DenkmSchG LSA jede Veränderung eine Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbehörde, auch für Arbeiten innen, und begonnen wird erst nach ihrer Zustellung. Zuständig war laut Aufgabengliederungsplan von 2012 das Bauordnungsamt des Landkreises Anhalt-Bitterfeld. Wir klären das, bevor wir planen.