Ob Holzbalkendecke im Altbau oder Betonzelle in der Platte: Bevor wir einen Preis nennen, sehen wir uns vor Ort immer dieselben vier Stellen an. Sie entscheiden darüber, wie viel hinter den Fliesen neu werden muss und wie lange die Arbeiten dauern.
Erstens der Boden. Auf alten Holzbalkendecken liegt oft nur ein dünner Estrich, und zwischen Rohdecke und fertigem Belag bleibt wenig Höhe. Für einen Wandablauf genügen 70 bis 100 mm, während ein Bodenablauf 120 bis 150 mm verlangt, und das Gefälle zum Fallstrang kostet je nach Abstand weitere Millimeter. In der Platte ist die Decke aus Beton; dort stellt sich eher die Frage, wie tief der Anschluss am Schacht sitzt. Mit einem Wandablauf gelingt die bodengleiche Dusche in beiden Fällen öfter, als viele erwarten.
Zweitens die Leitungen. Nach § 17 Abs. 1 der Trinkwasserverordnung (Stand Oktober 2026) mussten Bleirohre bis zum 12.01.2026 entfernt oder stillgelegt werden; in alten Häusern sehen wir deshalb genau hin. Daneben finden sich gelegentlich verzinkte Stahlrohre, deren Querschnitt durch Ablagerungen enger wird, sodass der Druck an der Armatur sinkt. Im Bad selbst verlegen wir alles neu; der Strang im Schacht bleibt, solange er dicht ist.
Drittens die Elektrik. Ältere Bäder haben oft zu wenige Steckdosen und nicht immer einen Fehlerstromschutzschalter, also das Gerät, das bei einem Fehler sofort abschaltet. Sinnvoll sind meist vier Steckdosen: ein Paar neben dem Waschtisch, eine für Waschmaschine oder Trockner und eine für später. Licht am Spiegel und an der Decke lässt sich getrennt schalten.
Viertens die Lüftung. Eine fensterlose Zelle oder ein Kammerbad ohne Außenwand gibt Feuchte nur ab, wenn sie aktiv abgeführt wird. Fehlt das, zeigt sich Schimmel zuerst in den Ecken und an der Decke über der Dusche. Abhilfe schafft ein Ventilator mit Nachlauf; wie man ihn auslegt, steht unter Bad lüften.