In der Kernstadt lassen sich fast alle Bäder einem von drei Fällen zuordnen. Worauf es
ankommt, ist jeweils etwas anderes: im Altbau die Decke, im Zeilenbau das knappe Maß, in der
Platte der Schacht.
Das schmale Bad im Altstadt- und Gründerzeithaus
Am Altstadtring liegen das Schloss, erbaut 1667 bis 1677, die Schloßstraße und das Rats- und
Amtshaus, umgeben von Häusern verschiedener Epochen. Westvorstadt und Bahnhofsvorstadt mit
Luisenstraße und Geschwister-Scholl-Straße grenzen direkt an; den Bahnhof gibt es seit 1870,
nördlich davon stehen Wohnhäuser um 1900. Badezimmer kamen hier meist erst später hinzu. Sie sind
schmal, erfahrungsgemäß rund 3 bis 5 Quadratmeter groß und liegen meist über Holzbalken. Im August 2022
standen 15 Prozent der Wohngebäude leer, vor allem Altbau aus der Zeit vor 1948.
Das Bad im Zeilenbau am Mozart- und Händelweg
Mozartweg und Händelweg gehören zum Siedlungsbau der fünfziger und sechziger Jahre in der
Westvorstadt. Die Bäder in diesen Zeilen messen erfahrungsgemäß rund 3 bis 4,5 Quadratmeter, ein
Fenster ist häufig vorhanden. Oft hängen dort noch Fliesen im Format 10 mal 10 bis 15 mal 15
Zentimeter, in ein Mörtelbett gesetzt. Viele Wohnungen der Siedlungen gehören den beiden
örtlichen Wohnungsunternehmen AWG und WBG. Mieter holen vor dem Umbau die Zustimmung ihres
Vermieters ein.
Die Sanitärzelle in der Platte am Beethovenring
Der Beethovenring ist komplexer Wohnungsbau nach dem Standard WBS 70, einer Plattenbauserie
der DDR. Begonnen in den achtziger Jahren, wurde das Gebiet erst in den neunziger Jahren fertig,
die Blöcke haben Flachdächer. Gebadet wird in einer fensterlosen Sanitärzelle, erfahrungsgemäß
rund 2,5 bis 4 Quadratmeter klein. Ein Schacht führt Wasser, Abwasser und Abluft gemeinsam als
Strang durch das Haus. Neu aufgebaut wird die Zelle für Eigentümer und, sobald der Vermieter
zugestimmt hat, auch für Mieter.