Südlich der Askanischen Straße, zwischen dem Kern der Innenstadt und der Muldeaue, liegt das Agnesviertel, ein Stadtumbau-Quartier im Fördergebiet Innenstadt. Nach dem Krieg wurde das Gebiet neu bebaut, laut den Konzepten der Stadt in den Sechziger- beziehungsweise Siebzigerjahren. Es überwiegen Wohnzeilen des Typs IW 64, die mit dem Giebel zur Straße stehen und von der Längsseite erschlossen werden. Dazu kommen das Hochhaus an der Askanischen Straße und einzelne Altbauten rund um das Gericht, mit Kanzleien und Praxen im Erdgeschoss.
2025 zählte das Viertel 3.421 Einwohner, 30 Prozent davon waren älter als 67 Jahre, und neun Prozent der Wohnungen standen leer. Schon 2007 gehörten 44 Prozent der Bewohner zur Altersgruppe ab 65. Viele leben allein oder zu zweit, nicht wenige seit dem Erstbezug ihrer Wohnung. Für das Bad heißt das: Der hohe Wannenrand wird mit den Jahren zum Hindernis. Was ein Bad ohne Schwellen braucht, zeigt barrierefreies Bad.
Den größten Teil der Wohnungen besitzen Wohnungsunternehmen. Der Wohnungsverein Dessau eG mit 3.136 Wohnungen hat seinen Sitz in der Agnesstraße 11 und gab dem Quartier bereits 2005 hohe Priorität. Saniert wurde blockweise, vieles ist teilsaniert. Wer zur Miete wohnt, braucht für jeden Eingriff ins Bad die Erlaubnis des Vermieters. Dient der Umbau dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen, besteht nach § 554 Abs. 1 BGB ein Anspruch auf diese Erlaubnis, sofern er dem Vermieter zumutbar ist.



