Nördlich von Roßlau, am Übergang zum Fläming, liegen drei Stadtbezirke mit vier Ortsteilen: Meinsdorf, Mühlstedt sowie Streetz mit Natho. Ende 2025 waren dort 1.955 Menschen gemeldet, 1.458 davon in Meinsdorf, 318 in Streetz und Natho, 179 in Mühlstedt. Alle drei Bezirke sind dörflich geprägt. Wer hier ein Bad erneuert, plant es meist für das eigene Haus.
Meinsdorf wird 1542 zum ersten Mal erwähnt und gehört seit 1965 zu Roßlau. Der Güterbahnhof stammt von 1877, der Haltepunkt von 1911, und der Bahndamm trennt den Ort bis heute von Roßlau. Ab 1993 entstand hier das Europadorf für die Landesausstellung „Bauen und Wohnen in Europa“, eingeweiht wurde es 1994; wie in Streetz und Natho ist der Anteil an Neubauten hoch. Bäder aus jener Zeit sind jetzt rund dreißig Jahre alt, typisch mit Eckwanne und Fliesen im Format 20 x 25 cm.
Eine Erhaltungssatzung gilt für keinen der Orte, und auch eine Gestaltungssatzung ist für diese Dörfer nicht bekannt. Einen Denkmalbereich gibt es nicht, wohl aber Einzeldenkmale: die alte Schule in der Lindenstraße 10/14 und das Wohnhaus Lindenstraße 28 in Meinsdorf, die Kirchen in Mühlstedt, Natho und Streetz sowie das Backhaus an der Alten Dorfstraße am Streetzer Dorfteich. An einem Einzeldenkmal braucht jede Veränderung nach § 14 DenkmSchG LSA vorher die Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbehörde, auch im Inneren.
Wo ein Einfamilienhaus der Sechziger oder Siebziger steht, hat das Bad erfahrungsgemäß meist ein Fenster und rund 5 bis 8 Quadratmeter. Die Fliesen im Format 15 x 15 cm sitzen dort oft im Mörtelbett, das Höhe und Gewicht mitbringt. Für eine flache Dusche muss es erst heraus.
Im Bauernhaus oder Altbau am Dorfkern kam das Bad fast immer erst nachträglich hinzu, oft in eine frühere Kammer oder einen Nebenraum. Wandaufbau und Leitungswege unterscheiden sich von Hof zu Hof, einen Flächenrichtwert gibt es nicht. Deshalb sehen wir uns den Raum an, bevor wir eine Zahl nennen.

